Romrod. Ein mit Corona-Verdachtsproben verunfalltes Kurierfahrzeug stellte am 5. März ein Übungsszenario der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Romrod dar. Im Rahmen der regelmäßigen Ausbildung widmeten sich die Feuerwehrleute dem Einsatz bei Gefahrstoffen.

Für die nicht alltägliche Feuerwehrübung wurde an der Bundesstraße 49 in Richtung der Gemeinde Feldatal ein Verkehrsunfall nachgestellt. Dem Szenario zufolge kam der Kleintransporter eines Kurierdienstes von der Fahrbahn ab und überschlug sich in einem Waldstück, dabei wurde die Ladung aus dem Fahrzeug geschleudert. Mehrere Versandstücke lagen wild verstreut umher, dazwischen befand sich der bewusstlose Fahrer. "Zunächst ein ganz normales Szenario bei einem Verkehrsunfall", so ein Sprecher der Feuerwehr. Wie er schilderte, stellte die Führungskraft des ersten Löschfahrzeugs jedoch schnell eine Auffälligkeit fest. "Mehrere Versandstücke waren mit einer speziellen Kennnummer versehen, die auf einen gefährlichen Stoff hindeutete", erklärte der Feuerwehrsprecher.

Während der fiktive Unfallort in einem Umkreis von fünfzig Metern abgesperrt wurde, forderte der Löschfahrzeugführer über die Kennnummer nähere Informationen bei der Übungsleitstelle an. Parallel rüsteten sich gleich vier Feuerwehrleute mit Atemschutzgeräten aus, zwei davon sprinteten zu dem verunfallten Fahrer und zogen ihn an die Grenze des möglichen Gefahrenbereichs. Dort hatten derweil weitere Feuerwehrleute einen Platz zur notdürftigen Reinigung des Verunfallten eingerichtet, unter anderem mit einer Auffangwanne, fließendem Wasser und einer Kleiderschere. Während die zur Rettung vorgegangen Feuerwehrleute ihren Einheitsführer über mehrere beschädigte Versandstücke informierten, meldete sich die Übungsleitstelle mit näheren Angaben zu der Kennnummer auf den Versandstücken. "Biologischer Stoff der Kategorie B", so der Hinweis. Die nähere Information auf den Gefahrstoff veranlasste den Einheitsführer weitere Spezialkräfte anzufordern und so das Ende der Übung einzuläuten. Nach Angaben der Feuerwehr zielte das über einstündige Training lediglich auf die Erstmaßnahmen bei einem Gefahrstoffunfall.

Im Anschluss der Übung informierten sich die Feuerwehrleute genauer über die verschiedenen Versandstücke, die am Unfallort lagen. Darunter eine sogenannte P650-Verpackung, die zum Versand von ansteckungsgefährlichen Stoffen eingesetzt wird und mindestens aus einem gepolsterten Gefäß mit zweiter Verpackung und Außenverpackung besteht. Laut Feuerwehrangaben werden so auch Corona-Verdachtsproben transportiert, wie es für das Übungsszenario angenommen wurde.